Die Suche in ChatGPT kann die Nutzer bösartigen Websites und Phishing aussetzen

In den letzten Jahren hat die zunehmende Verbreitung von künstlicher Intelligenz (KI) im Alltag erhebliche Vorteile in Bezug auf Produktivität, Zugang zu Informationen und Automatisierung von Aufgaben mit sich gebracht. ChatGPT, eines der beliebtesten Tools, zeichnet sich durch seine Fähigkeit aus, komplexe Fragen zu beantworten und detaillierte Informationen in Sekundenschnelle zu liefern. Eine kürzlich von Kaspersky durchgeführte Analyse ergab jedoch, dass die Verwendung dieser Technologie zur Durchführung von Online-Recherchen die Benutzer unbeabsichtigt gefährlichen Links und Phishing-Praktiken aussetzen kann.

Das erkannte Problem: Sicherheitsrisiken in den Antworten von ChatGPT

Der Analyse zufolge präsentierte das Tool bei der Durchführung spezifischer Suchanfragen in ChatGPT, insbesondere zu Themen im Zusammenhang mit Kryptowährungen, Links zu verdächtigen oder potenziell bösartigen Websites. In einem hervorgehobenen Fall erhielt ein Nutzer, der nach Informationen über ein beliebtes Spiel in der Welt der Kryptowährungen suchte, einen Phishing-Link. Diese Seite ermutigte dazu, digitale Geldbörsen anzuschließen, wodurch die Gelder des Nutzers dem Diebstahl ausgesetzt waren.

Obwohl das Tool keine bösartige Absicht hat, kann seine Funktionsweise zu solchen Situationen führen. ChatGPT wird mit einer großen Menge an im Internet verfügbaren Daten trainiert, verfügt aber nicht über einen Mechanismus zur Validierung von Links oder ein Klassifizierungssystem, das legitime von betrügerischen Seiten unterscheidet. Das bedeutet, dass es, wenn es aufgefordert wird, Links oder Quellen vorzuschlagen, Adressen aus fragwürdigen Daten reproduzieren kann.

Vergleich mit traditionellen Suchmaschinen

Trotz der identifizierten Probleme hat die Analyse gezeigt, dass sich die von ChatGPT ausgehenden Risiken nicht wesentlich von denen herkömmlicher Suchmaschinen wie Google oder Bing unterscheiden. Bei der Suche nach weithin bekannten Unternehmen oder Diensten wie Google, Facebook oder Amazon führten die von ChatGPT bereitgestellten Links durchweg zu vertrauenswürdigen und legitimen Quellen.

Der Unterschied besteht jedoch darin, dass herkömmliche Suchmaschinen über ausgeklügelte Algorithmen verfügen, die die Anzeige vertrauenswürdiger Links priorisieren und Filter zur Erkennung von Phishing-Seiten oder bösartigen Inhalten einbauen. Tools wie Google Safe Browsing warnen die Nutzer, bevor sie auf unsichere Websites zugreifen. Im Fall von ChatGPT gibt es ein solches System noch nicht, was die Nutzer anfälliger macht, wenn sie den gegebenen Antworten blind vertrauen.

Auswirkungen auf die Nutzer

Die von Kaspersky ermittelten Risiken unterstreichen die Notwendigkeit eines bewussteren und kritischeren Einsatzes von KI-basierten Technologien. Tools wie ChatGPT sind hervorragend darin, Fragen zu beantworten, Texte zu generieren und Hintergrundinformationen zu liefern, aber sich vollständig auf ihre Linkvorschläge zu verlassen, kann gefährlich sein.

Die Folgen eines Klicks auf einen bösartigen Link reichen von der Installation von Schadsoftware auf dem Gerät bis hin zum Diebstahl persönlicher und finanzieller Daten. Im Fall von Kryptowährungen kann der Schaden sogar noch größer sein, da der Verlust von Geld aus digitalen Geldbörsen oft unumkehrbar ist.

Darüber hinaus ist die Anfälligkeit nicht auf unerfahrene Nutzer beschränkt. Auch fortgeschrittene Nutzer können Opfer gut ausgeklügelter Phishing-Angriffe werden, vor allem wenn die betrügerischen Links die Adressen legitimer Websites genau nachahmen.

Phishing

Wie man sich bei der Verwendung von ChatGPT zu Forschungszwecken schützen kann

Obwohl sich die Risiken nicht vollständig ausschließen lassen, gibt es einige gute Praktiken, die Nutzer anwenden können, wenn sie ChatGPT für Recherchen nutzen:

  1. Links sorgfältig prüfen : Bevor Sie auf einen von ChatGPT vorgeschlagenen Link klicken, untersuchen Sie die Adresse. Betrügerische Websites verwenden oft kleine Variationen in den Domainnamen, um die Nutzer zu täuschen (z. B. "goolge.com" statt "google.com").
  2. Zusätzliche Sicherheitswerkzeuge verwenden : Aktivieren Sie Browsererweiterungen, die Schutz vor Phishing bieten, wie z. B. Google Safe Browsing oder Norton Safe Web. Diese Tools helfen dabei, bösartige Websites automatisch zu erkennen und zu blockieren.
  3. Validierung über zuverlässige Quellen suchen Soweit möglich, ergänzen Sie die über ChatGPT erhaltenen Informationen durch eine Überprüfung mit herkömmlichen Suchmaschinen. Vergleichen Sie die vorgeschlagenen Links mit den Ergebnissen, die bei Google oder Bing angezeigt werden.
  4. Vermeiden Sie das direkte Anklicken von Links : Wenn möglich, suchen Sie die Website oder die Informationen manuell im Browser, anstatt sich ausschließlich auf die von der KI bereitgestellten Links zu verlassen.
  5. Software auf dem neuesten Stand halten : Stellen Sie sicher, dass Ihr Browser, Ihr Betriebssystem und Ihr Antivirenprogramm auf dem neuesten Stand sind. Neuere Versionen verfügen in der Regel über einen verbesserten Schutz vor Phishing-Bedrohungen.

Notwendige Verbesserungen für ChatGPT

Die Kaspersky-Studie weist auch auf die Notwendigkeit von Verbesserungen bei den KI-Technologien hin. Um eine sicherere Nutzererfahrung zu gewährleisten, wäre es hilfreich, wenn Tools wie ChatGPT Mechanismen einbauen würden, um die Legitimität von Links zu überprüfen, bevor sie in Antworten präsentiert werden. Filterfunktionen, die auf schwarzen Listen bösartiger Websites basieren, oder sogar eine Integration mit Cybersicherheitsdiensten könnten das Risiko erheblich senken.

Darüber hinaus könnten Plattformen wie ChatGPT Transparenzpraktiken anwenden und die Nutzer darauf hinweisen, wenn ein präsentierter Link nicht überprüft wurde oder Risiken enthalten könnte. Auf diese Weise würden die Nutzer dazu angehalten, vorsichtig zu handeln, wenn sie auf vorgeschlagene Adressen klicken.